Yo Quiero, Yo Puedo, Mexiko

Was wurde von uns bewertet?

Die Initiative Yo Quiero, Yo Puedo (YQYP) wurde von der Fundacion C&A in Mexiko unterstützt und vom Mexican Institute for Family and Population Research (Yo Quiero Yo Puedo - IMIFAP) implementiert. Mit diesem Vorhaben sollten mehr als 2.500 Mitarbeitern (Arbeiter und mittlere Führungsebene) in mexikanischen Bekleidungsfabriken zwischen 2014 und 2016 mehr Möglichkeiten zur Selbstbestimmung erhalten. Ziel war „die Verbesserung des wesentlichen Wohlbefindens der Arbeiter in der Textilindustrie, um die Produktivität zu steigern und die Richtlinien des Verhaltenskodex internationaler Unternehmen im Sinne der Grundsätze des Globalen Pakts 2020 zu fördern". Diese unabhängige Beurteilung erfolgte Ende 2016.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass YQYQ zu einer Reihe unterschiedlicher Ergebnisse für die Lebensbedingungen von Arbeitern und Vorgesetzten beitrug, inklusive verbesserter Beziehungen innerhalb der Belegschaft, Arbeitszufriedenheit und Produktivität, Geschlechtergleichheit sowie Gesundheits- und Selbstfürsorge:

Mir geht es sehr gut, ich bin sehr glücklich. Ich mag meine Arbeit und die Arbeit in Teams. Je mehr wir als Team kommunizieren, desto einfacher können wir unsere Ziele erreichen, nicht wahr? Wir waren es nicht gewohnt, viel zu kommunizieren, darum haben wir nicht als Team gearbeitet und waren nicht gut organisiert. Es war ein ziemliches Durcheinander. Wir hatten mit Retouren und Lieferverzögerungen zu kämpfen, so dass wir Überstunden machen mussten, und all dies nur wegen mangelnder Kommunikation und schlechtem Teamwork. Seit der Einführung von Schulungskursen haben wir viele Verbesserungen erreicht, und weitere werden noch folgen.”

Mitarbeiterin im ersten Jahr der YQYP-Initiative

  • Die Resultate zeigen, dass YQYP positive Ergebnisse in folgenden Bereichen erzielt hat: Arbeitszufriedenheit und Produktivität, Beziehungen im Arbeitsumfeld und zu Hause sowie Geschlechtergleichheit. Darüber hinaus wurden positive Veränderungen in der Gesundheits- und Selbstfürsorge erzielt, jedoch in geringerem Umfang. Die YQYP-Initiative erzielte im Bereich der wirtschaftlichen Sicherheit nicht die beabsichtigten positiven Ergebnisse.

- Der wichtigste Beitrag stellte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und -beziehungen für die Mehrheit der Vorgesetzten und Arbeiter dar. Die Initiative sorgte in beiden Jahren sowohl bei Arbeitern als auch bei Vorgesetzten für einen geschärften Sinn für Teamwork. Mehr als die Hälfte der Vorgesetzten und Arbeiter gaben an, dass YQYP ihnen ein besseres Gefühl für die persönliche Entwicklung und Arbeitszufriedenheit vermittelt habe.

  • Schulungsmaßnahmen für eine effektive Kommunikation, Toleranz, Werte, Gleichheit sowie Arbeitsverantwortlichkeiten und Teamwork waren die effektivsten Aktivitäten. Die Mitarbeiter und insbesondere die Vorgesetzten, die an Schulungen teilnahmen, änderten ihr Arbeits- und Kommunikationsverhalten von Respektlosigkeit bis hin zu Mobbing in ein auf Respekt basierendes Verhalten mit besserer Kommunikation und Konfliktlösung.
  • Die genannten negativen Ergebnisse in den Bereichen Gesundheit, Beziehungen und Lebensqualität waren auf Druck, hohe Arbeitsbelastungen und Stress zurückzuführen, was insbesondere von den Vorgesetzten angegeben wurde. Diese Ergebnisse stehen nicht in direkter Beziehung zur YQYP-Initiative, daher verursachte diese keine negativen Auswirkungen. Jedoch wirkten sich diese externen Faktoren negativ auf einige der beabsichtigten positiven Ergebnisse der Initiative aus.

Erkenntnisse

Die Initiative wurde auf drei der vier Grundprinzipien der Theorie des Wandels der C&A Foundation ausgerichtet. Aufgrund fehlenden Interesses bei Fabriken mit prekären Arbeitsbedingungen erstreckte sie sich auf mehr Städte als ursprünglich geplant. Die Beurteilung beleuchtete die begünstigenden Faktoren und Herausforderungen, aus denen sich die folgenden Erkenntnisse ableiten ließen.

Welche Erkenntnisse haben wir gewonnen?

  • Der Rückgriff auf vorherige Forschungen ist wichtig für die Entwicklung und Implementierung: Eine Forschungsstudie zur Bestimmung der Basis für die Initiative bestimmte die Strategie und bildete die Informationsgrundlage für die Umsetzung sowie Verbindungen zur mexikanischen Handelskammer und Fabriken.
  • Kooperation und Kommunikation erleichtern den Zugang zu risikogefährdeten Fabriken: Dem mangelnden Interesse von Fabriken mit prekären Arbeitsbedingungen muss durch verstärkte Zusammenarbeit, strategische Allianzen und Offenlegung begegnet werden, um die Beteiligung dieser Fabriken sowie Interessenvertretern der Branche zu verbessern.
  • Die individuelle Anpassung der Workshops ist wichtig, um den Profilen und Anforderungen der Teilnehmer gerecht zu werden: Mechanismen zur Förderung einer Feedback-Schleife für alle Mitarbeiter (d. h. Arbeiter, Vorgesetzte, mittleres Management, Senior Manager und Direktoren) sind entscheidend für die individuelle Gestaltung von Workshops entsprechend der Anforderungen und sozio-ökonomischen Profile der Teilnehmer.
  • Ein umfassender Ansatz ist der Schlüssel für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Fabriken: Während Workshops zu Lebenskompetenzen, Arbeitsumgebung und Produktivität für Arbeiter und Vorgesetzte stattfinden, erfordern die weitreichenden Probleme in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in den Fabriken einen ganzheitlichen, alle Aspekte umfassenden Ansatz. Aus diesem Grund wird in der Beurteilung die Einführung neuer Themen mit Bezug auf persönliche Entwicklung, wirtschaftliche Sicherheit, Umwelt, Belästigungen am Arbeitsplatz, Menschenrechte, Themen in Verbindung mit Behinderungen, Ethik und Werten nahegelegt.

Schlussfolgerung der Beurteilung: Insgesamt erbrachte die Beurteilung den klaren Nachweis, dass YQYP während der beiden Jahre, in denen die Initiative umgesetzt wurde, einen positiven Beitrag zu einer Reihe unterschiedlicher Aspekte im Leben der Arbeiter und Vorgesetzten leistete, insbesondere in den Bereichen Arbeitszufriedenheit und Produktivität, Beziehungen, Geschlechtergleichheit und Wohlbefinden insgesamt.

Den vollständigen Bericht in englischer Sprache finden Sie hier.

Es gab positive Veränderungen in der Art und Weise, wie wir uns gegenseitig unterstützen, wie wir Konflikte lösen, als Team helfen sowie eine höhere Leistungsbereitschaft. Die Workshops halfen uns, als Team zu arbeiten.”

Weibliche Vorgesetzte im zweiten Jahr der YQYP-Initiative

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