Externe Evaluierung der globalen humanitären Partnerschaft zwischen der C&A Foundation, C&A und Save the Children.

 

Übersicht der Fakten
Programm: Stärkung von Gemeinschaften durch Fördermaßnahmen mit Schwerpunkt auf humanitärer Hilfe und Katastrophenvorsorge
Titel: Globale humanitäre Partnerschaft zwischen der C&A Foundation, C&A und Save the Children
Investition: 10 Mio. EUR (C&A Foundation)
Dauer: 3 Jahre (2015-18)
Geografische Reichweite: weltweit

 

Was haben wir bewertet?

Der Schwerpunkt der im Jahr 2015 ins Leben gerufenen globalen humanitären Partnerschaft zwischen der C&A Foundation, C&A und Save the Children (SC) liegt auf humanitärer Hilfe und Katastrophenvorsorge. Die dreijährige, 10 Millionen Euro schwere Partnerschaft, wurde von der Familie Brenninkmeijer aufgebaut, den Eigentümern von C&A, die sich seit vielen Jahren für humanitäre Belange einsetzen. Die beiden Hauptziele dieser Partnerschaft stützen sich auf eine strategische Zusammenarbeit mit Save the Children, um 1) die Gemeinschaften (Frauen und Kinder) zu unterstützen, sich gegen Katastrophen zu wappnen und diese im Ernstfall zu bewältigen und 2) mit C&A zusammenzuarbeiten, um Kunden und Mitarbeiter zu motivieren, ebenfalls ihren Teil zu den Bemühungen von Save the Children beizutragen. Die Evaluierung fand von Mai bis November 2017 statt.

Im Rahmen dieser Evaluierung wurden vier Bereiche bewertet: Partnerschaft, humanitäre Hilfe, Katastrophenvorsorge sowie Kinderrechte und Geschäftsprinzipien. Die Ergebnisse der einzelnen Themen werden im Folgenden vorgestellt:

Ergebnisse

Die Partnerschaft

Die Evaluierung ergab, dass eine Fortsetzung der Partnerschaft sinnvoll ist. Allerdings war die Zielsetzung der Partnerschaft nicht ausreichend auf die Investitionen im Personalbereich sowie in Strukturen für eine effiziente Umsetzung abgestimmt. Außerdem fehlte eine vollständige Ausarbeitung der gemeinsamen Vision für die Partnerschaft.

Humanitäre Hilfe

Es ist durchaus sinnvoll, sowohl die humanitäre Hilfe als auch die Katastrophenvorsorgeprogramme weiterzuführen. Der Saatgutfonds war ausreichend und bot schnelle und unbürokratische Mittel zur Mobilisierung von Ressourcen in Notfallsituationen. Allerdings war die finanzielle Hebelwirkung des Saatgutfonds eher durchwachsen – in einigen Notfällen außergewöhnlich und in anderen Fällen überhaupt nicht vorhanden. Auch die Reaktionen auf nationaler und lokaler Ebene waren sehr positiv und der Fonds entwickelte sich erwartungsgemäß. Save the Children zeigte als Teil eines umfassenderen gemeinschaftsweiten Ansatzes eine kontinuierliche, ausgeprägte Sensibilität für die Bedürfnisse von Frauen und Kindern. Allerdings müssen Feedback-Mechanismen geschaffen werden, um die Wirksamkeit noch besser beurteilen zu können. Darüber hinaus ergab die Evaluierung, dass nicht alle Programme und partnerschaftlichen Beziehungen einheitlich zur Unterstützung der Maßnahmen genutzt wurden.

Reduzierung des Katastrophenrisikos

Die Integration der Katastrophenvorsorge in die Partnerschaft ist einzigartig. Die für das Programm geplante allgemeine Zielsetzung wurde konsequent verfolgt und bot ausreichende Flexibilität für individuelle Anpassungen an den jeweiligen Kontext, auch wenn dies langsamer als erwartet erfolgte. Es ist allerdings anzumerken, dass die Ausgestaltung des Programms nicht auf umfassenden Kenntnissen der Erfordernisse und Herausforderungen des externen politischen Kontexts und der Kapazitäten durchgeführt wurde. Nur die direkt an den Projekten beteiligten Gemeinschaften werden letztendlich davon profitieren – Nachhaltigkeit und Ausbaumöglichkeiten wurden nicht ausreichend berücksichtigt. Außerdem fehlte von Anfang an ein fundiertes Programmmanagement und Lernkonzept. Ferner wurden die Ergebnisfortschritte nur inkonsistent und mit einer übermäßigen Abhängigkeit von den Produktionsindikatoren erfasst.

Kinderrechte und Geschäftsprinzipien

Zwar war die Anerkennung der Kinderrechte und Geschäftsprinzipien eine Voraussetzung für die von Save the Children eingegangenen Unternehmenspartnerschaften, allerdings erwies sich dieser Punkt in Hinblick auf den partnerschaftlichen Kontext als zu aufwendig und umfangreich – und wurde daher nicht umgesetzt. Er wurde schlussendlich durch fehlenden Zusammenhalt und mangelnde Eigenverantwortung zunichte gemacht.

Was haben wir daraus gelernt?

Die Evaluierung ergab, dass die Fortsetzung der globalen humanitären Partnerschaft sinnvoll ist und dass sich die Partner in einer günstigen Ausgangslage befinden, die Partnerschaft weiter zu vertiefen. Ferner lieferte die Evaluierung diverse Empfehlungen, die als Grundlage für die Erarbeitung der folgenden Erkenntnisse dienten:

In Hinblick auf die C&A Foundation:

Eine kurze Laufzeit der Partnerschaft lässt keine Realisierung der Ziele zu: Die Ziele der Partnerschaft standen nicht im Einklang mit der Dauer der Fördermaßnahmen. Die Gewährung von Fördermitteln sollte realistischere Zeitpläne zulassen, damit die Ziele auch tatsächlich erreicht werden können (z. B. im Bereich der Katastrophenvorsorge). Eindeutige Strategien, ein langfristiger Zeitplan (fünf bis sieben Jahre) sowie die Sicherstellung von ausreichenden Kapazitäten in den verschiedenen Ländern müssen ebenfalls von einem nachhaltigen Ausstiegsplan  begleitet werden.

In Hinblick auf die Partner:

Eindeutige Einsatzbedingungen schaffen die Grundlage für erfolgreiche und effiziente Partnerschaften: Die Partnerschaften müssen auf die zentralen Interessen und das jeweilige Aufgabengebiet jedes Partners abgestimmt sein. Transparente Kommunikation ist von entscheidender Bedeutung und muss Gespräche über Umfang und Aufgabenstellung der Programme, strategische Prioritäten und Rahmenbedingungen sowie die jeweilige Fachkenntnis und Kapazität der einzelnen Partner auf globaler und lokaler Ebene beinhalten.

Partnerschaften lassen sich am besten institutionalisieren, indem eindeutige Zuständigkeiten festgelegt werden: Um Partnerschaften zu institutionalisieren und die durch Mitarbeiterfluktuation bedingten Risiken zu minimieren, müssen klare Aufgaben, Zuständigkeiten und übergreifende Prozesse für alle Partner geschaffen werden. Die Partner sollten bilaterale Allianzen vermeiden und sind in strategische Entscheidungen zur Schaffung gemeinsamer Verantwortung einzubeziehen. Des Weiteren ist eine spezifische Lernkultur der Schlüssel, um Flexibilität in wechselnden Situationen zu ermöglichen.

 

Eine klare Kommunikation sowie Überwachung & Bewertung, um festzustellen, was funktioniert und was nicht, unterstützt eigenverantwortliches Lernen innerhalb und außerhalb der Partnerschaft. Eine klare interne und externe Kommunikation schafft Transparenz innerhalb und außerhalb der Organisationen. Darüber hinaus sind Überwachung, Bewertung und Berichterstattung sowie zeitnahes Feedback wesentliche Schlüsselelemente, um inspirierende Geschichten über Veränderungen, Lernprozesse und sowohl Misserfolge als auch Erfolge zu dokumentieren.

In Hinblick auf alle anderen Beteiligten:

Der Dialog mit gleichgesinnten Geldgebern ist wichtig, um Synergien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu identifizieren:

Partnerschaften gewinnen für Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Unternehmen zunehmend an Bedeutung, da sie großes Potential bieten, für alle Seiten gewinnbringende Ergebnisse zu erzielen. Aus diesem Grund müssen die ausführenden Partner neben Gesprächen mit dem eigenen Geldgeber auch Gespräche mit anderen Geldgebern der Notfallhilfe führen, die ähnliche Interessen vertreten, um Synergien und Kooperationsmöglichkeiten zu identifizieren und Korbfinanzierungen zu ermöglichen. Eine gute Zusammenarbeit der Geldgeber schafft Raum für eine umfassende und effiziente Vorgehensweise im Fall von Notfällen.