Clean Cotton

Was wurden von uns beurteilt?

Clean Cotton (Without Child Labour and Exploitation) [CCWCLE], einen Initiative, die sich der Bekämpfung von Kinderarbeit und –ausbeutung widmet, wurde im September 2011 im indischen Staat Gujarat für einen Zeitraum von drei Jahren und mit einer Abdeckung von 25 Ortschaften ins Leben gerufen.

Das Ziel war die Verbesserung der Bildung von Migrantenkindern, die auf Baumwollfarmen leben und arbeiten, mit einem Fokus auf: Reduzierung von Kinderarbeit, Förderung des Wohlergehens von Frauen, heranwachsenden Mädchen und Kindern sowie eine Verminderung des Pestizideinsatzes.

CCWCLE wurde von Terre des hommes (Tdh) Deutschland sowie zwei lokalen Partnern – Anandi (Area Networking and Development Initiatives) Und Ganatar – mit finanzieller Unterstützung durch die C&A Foundation umgesetzt.

Die externe Beurteilung erfasst den Zeitraum 2011-2015.

Schlussfolgerung der Beurteilung: CCWCLE war effektiv bei der Herstellung der erforderlichen Bedingungen und der Stärkung des Bewusstseins für die Rechte und Bedürfnisse von Migrantenfamilien und Kindern durch ganzheitliche Bekämpfung der zugrundeliegenden Faktoren zur Begünstigung von Kinderarbeit.”

Gujarat, India

 

Ergebnisse

  • Verminderung von Kinderarbeit und erhöhter Zugang zu Bildung: CCWCLE trug durch einen verbesserten Zugang zu Bildung zum Schutz von Kindern vor Zwangsarbeit bei. 90 % der ortsansässigen sowie 70 % der Migrantenkinder (600) wurden in Schulen angemeldet. Mehr als 1.500 Kinder aus Migrantenfamilien (75 % der Kinder insgesamt) wurden in 23 Überbrückungs-Farmschulen, die 25 Dörfer abdecken, angemeldet.
  • Zugang zu Gesundheitsfürsorge: Innerhalb von drei Jahren erhielten nahezu 600 Frauen Gesundheits- und Ernährungsdienstleistungen der staatlichen Gesundheitsfürsorge, wobei der Fokus auf der pränatalen Betreuung, sichere Geburten und der postnatalen Betreuung lag. Die Initiative führte zur Aktivierung von Ausschüssen zur medizinischen Grundversorgung in allen 25 Ortschaften.
  • Einführung pestizidfreier Landwirtschaft (Reduzierung des Pestizideinsatzes): Obwohl die Zielsetzungen im Bereich Bildung und Gesundheitsfürsorge (die Kernkompetenz der Implementierungspartner) erreicht wurden, konnte die Initiative keine signifikanten Ergebnisse bei der pestizidfreien Landwirtschaft erzielen. Nach Ablauf von drei Jahren hatten 300 Jugendliche/Bauern (50 % der Bauern-Gruppenmitglieder) pestizidfreie Parzellen auf ihrem Land eingerichtet und begannen mit pestizidfreiem Anbau.

Erkenntnisse

Größere Herausforderungen wurden durch externe Faktoren wie tief verankerte kulturelle Überzeugungen, Diskriminierung gegen die Adivasi-Bevölkerung sowie Problemen in Verbindung mit Migration verursacht. Die Mitarbeiter der Initiative entwickelten Bewältigungsmechanismen für den Umgang mit diesen Problemen.

 

Welche Erkenntnisse haben wir gewonnen?

  • Die Implementierung einer engmaschigen Überwachung benachteiligter Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund ist wichtig für die Entwicklung und Umsetzung, vor dem Hintergrund, dass sich die Gemeinden in einem konstanten Zustand der Fluktuation befinden;
  • Um das Problem der Kinderarbeit zu lösen, ist ein ganzheitlicher Ansatz unter Einbeziehung von Familien, Gemeinden und Regierung erforderlich.Die Familien benötigen eine einzelfallbasierte, individuelle Unterstützung, um Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und in den Ortschaften ein sicheres Umfeld zu bieten.
  • Die Aufrechterhaltung der Flexibilität bei der Bereitstellung von Dienstleistungen ist wichtig, zum Beispiel die Einrichtung mobiler Überbrückungsschulen, die alle sechs Monate an einen anderen Ort verlegt werden können, je nach Anzahl der Kinder in Migrantensiedlungen;
  • Bei der Bekämpfung eines häufig verborgenen Problems ist es wichtig, die Kapazitäten lokaler Implementierungspartner zu nutzen, um Akteure auf kommunaler Ebene zu mobilisieren. Die Unterstützung lokaler Selbstverwaltungsorgane und Schulen, Regierungsvertreter und Lehrer ist erforderlich.
  • Die Entwicklung von Initiativen, die nicht im Bereich der Kernkompetenz der Implementierungspartner liegen oder von anderen Partnerschaften abhängen, ist mit inhärenten Risiken verbunden. CCWCLE war nicht erfolgreich bei der Reduzierung des Pestizideinsatzes im Baumwollanbau, da dies außerhalb der Kapazitäten der lokalen Partner lag.

Die Reduzierung der Kinderarbeit in den 25 Ortschaften war eine komplexe Aufgabe. Die positiven Ergebnisse, die während der Dauer der Initiative erzielt wurden, werden als nachhaltig angesehen, da die Migrantengemeinden nun über einen besseren Zugang zu staatlichen Leistungen verfügen.

Schlussfolgerung der Beurteilung: CCWCLE war effektiv bei der Herstellung der erforderlichen Bedingungen und der Stärkung des Bewusstseins für die Rechte und Bedürfnisse von Migrantenfamilien und Kindern durch ganzheitliche Bekämpfung der zugrunde liegenden Faktoren zur Begünstigung von Kinderarbeit.

Den vollständigen Bericht in englischer Sprache können Sie hier herunterladen.