Beurteilung: C&A Store Giving Programm

Was haben wir bewertet?

Das Store Giving Programm (SGP) wurde 2006 ins Leben gerufen und in 21 europäischen Ländern umgesetzt. Länder in denen C&A seine Filialen betreibt. Das SGP wird zudem seit 2011 von C&A implementiert und von der C&A Foundation administrativ unterstützt. Das Programm wurde seit 2006 ohne richtige Strategie oder definierte Richtlinien betrieben.

Es gibt eine Reihe von Zielsetzungen, die entwickelt werden konnten: (a) Unterstützung lokaler Projekte zur Beseitigung sozialer Ungleichgewichte in Bezug auf Familien, Frauen und Kinder; sowie (b) Förderung der Corporate Citizenship und positiver lokaler Interaktion zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern sowie Gemeinden in der Nähe seiner Einzelhandelsgeschäfte. Zwischen 2011 und 2014 wurden insgesamt 1.822 lokalen und nationalen Organisationen 10,4 Millionen EUR in 2.245 einzelnen Fördersummen zur Verfügung gestellt. Zur Beurteilung wurde der Zeitraum von Januar 2011 bis Dezember 2014 betrachtet.

Diese Förderung durch C&A trug mit Sozial- und Bildungsprojekten zur sozialen Inklusion von Kindern und Jugendlichen bei.

Fundación Balia, Madrid (Spain)

Ergebnisse

  • Die „impliziten" Zielsetzungen des SGP sind im Einklang mit der Unternehmens- und Stiftungsstrategie in Bezug auf „nachhaltiges Leben" und die „Stärkung von Gemeinden": Trotz fehlender Strategien und Richtlinien, ist das SGP auf die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens sowie den strategischen Rahmen der Stiftung in Bezug auf nachhaltige Lebensgrundlagen und Unterstützung zur Stärkung von Gemeinden ausgerichtet. Die Gelder sind für den Bedarf von Organisationen vorgesehen, die eine positive Einstellung zur Corporate Citizenship von C&A haben.
  • Mitarbeiter sind motiviert und engagiert, mit dem Umfeld in dem sie leben in Kontakt zu treten: C&A ist „Eigentümer“ des SGP, doch mehrere Faktoren schränken die Eigentümerschaft ein: (a) das SGP ist bei den Store-Mitarbeitern aufgrund limitierter interner Kommunikation nicht sehr bekannt; (b) die Mitarbeiterbeteiligung des Programms konzentriert sich auf Mitarbeiter der Hauptverwaltungen und das Store-Management (nur in Deutschland), nicht auf die Mitarbeiter selbst; (c) fehlende Mechanismen und Anreize, positive Leistungen in Bezug auf das SGP-Management zu belohnen; und (d) kein bestehendes Prüf- und Berichtssystem. Trotz dieser Probleme gaben 88 % der befragten Mitarbeiter an, sich zukünftig gerne am SGP beteiligen zu wollen.
  • Die unterstützten Organisationen konnten auf die Bedürfnisse der Zielgruppen auf nachhaltige Weise reagieren: Das SGP unterstützte lokale Organisationen, die sich auf gefährdete und sozial benachteiligte Gruppen konzentrieren - Frauen, Kinder und Familien. Die Förderungen dienten ebenfalls dem Aufbau der finanziellen Ausstattung der Organisationen: 60 % der Organisationen waren in den Bereichen Gesundheit (23 %), Bildung (22 %) und Sozialfürsorge (15 %) tätig; 14 % im Bereich Migration. In sämtlichen Fällen gaben die begünstigten Organisationen an, einen sehr positiven Kontakt zu C&A gehabt zu haben. In Fällen, in denen wiederholte Förderungen gewährt wurden, war das positive Feedback höher.
  • Das Programm trug zur Minderung sozialer Benachteiligung/Ungleichgewichte bei. Fünfzig Prozent der unterstützten Organisationen konzentrierten sich auf die Reduzierung sozialer Benachteiligung. C&A priorisierte die Unterstützung von Bedürfnissen sozial benachteiligter Gruppen und leistete einen positiven Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände der konkret begünstigten Menschen sowie möglicherweise einen Beitrag zur Reduzierung sozialer Ungleichheit. Etwa 50 % der unterstützen Organisationen konzentrieren sich auf die Ursachen sozialer Ungleichgewichte/Benachteiligung und 88 % der finanzierten Organisationen berichteten, die erwarteten Ergebnisse erzielt zu haben. Von 2011 bis 2014 profitierten insgesamt 86.500 konkret begünstigte Personen von den Förderungen durch C&A.

Erkenntnisse

Der Umfang des SGP ist weitreichend, die impliziten Zielsetzungen des SGP haben eine Bedeutung und sind auf die Strategien des Unternehmens C&A sowie der C&A Foundation ausgerichtet. Wichtige Schlüsselfaktoren sowie Herausforderungen wurden erkannt und hervorgehoben, auf denen die folgenden Erkenntnisse basieren.

C&A hat mit seiner finanziellen Unterstützung maßgeblich zum Bau eines Hauses beigetragen, in dem an Anorexie leidende Mädchen behandelt werden, und hat damit auch die Finanzierung verschiedener Programme zur Unterstützung dieser Mädchen ermöglicht

Leontien Foundation The Netherlands

Welche Erkenntnisse haben wir gewonnen?

  • Ausrichtung des SGP mit den Strategien zur Mitarbeitereinbindung ist unerlässlich zur Förderung der Corporate Citizenship: Das SGP könnte ein noch wichtigerer Faktor zur Förderung der Mitarbeitereinbindung sowie zur Etablierung einer Kultur sozialer Nachhaltigkeit innerhalb der Belegschaft sein. Eine Einbindungsstrategie für C&A-Mitarbeiter ist unverzichtbar für den Erfolg des SGP und bietet ein hervorragendes Potenzial zur Ausrichtung mit entsprechenden Initiativen zur Mitarbeitereinbindung im Sinne der Gemeinschaft, während gleichzeitig ein signifikanter Beitrag zur Unterstützung sozial benachteiligter Gruppen geleistet wird. 
  • Klare Strategie und Richtlinien ermöglichen eine optimierte und kontextbasierte Umsetzung des SGP: Das SGP wurde seit 2006 ohne formelle Strategie oder Richtlinien umgesetzt, deren Fehlen zu einer Reihe dezentralisierter und zentralisierter Konzepte geführt hat. Neben der Formulierung klarer Richtlinien für den Betrieb und die Messung von Ergebnissen muss die Herangehensweise flexibel gestaltet werden können, um eine Anpassung an unterschiedliche Länderkontexte zu ermöglichen. Darüber hinaus muss die Strategie mit einem zukünftigen, unternehmensweiten Ansatz zur Mitarbeitereinbindung und Freiwilligenarbeit verbunden sein.
  • Das Monitoren und die Kommunikation von Ergebnissen ist entscheidend für die Einbindung von Mitarbeitern und Kunden sowie für die Verbesserung der Markenwahrnehmung: Eine Verfahrensweise für die Nachverfolgung und Übermittlung von Ergebnissen sowie die Erfahrungen und Geschichten von Mitarbeitern können intern wie extern eine entscheidende Rolle bei der Bewertung der Gesamteffektivität des SGP spielen, Mitarbeiter motivieren und Gemeinden in der Nähe von Stores einbeziehen.
  • Das Bewusstsein für soziale Probleme zu stärken und Anreize für Mitarbeiter zu bieten, erhöht vermutlich ihre Motivation, sich für lokale Gemeinden zu engagieren: Wenngleich die Mitarbeiter von C&A das SGP als positive Initiative wahrnehmen, stellen Anreize und die Berücksichtigung der Arbeitsbelastung der Belegschaft wichtige Faktoren bei der Förderung der Mitarbeiterbeteiligung dar. Darüber hinaus stellt die Sensibilisierung von Filialleitern und Verkaufspersonal für soziale Herausforderungen sowie Probleme in der Gemeinde und die durch die Zuwendungen erzielten Resultate eine transparente Möglichkeit dar, die Mitarbeiter zu motivieren, sich für die Gemeinden vor Ort zu engagieren. Die Entwicklung von Richtlinien zur Mitarbeitereinbindung in Übereinstimmung mit der globalen Strategie zur Mitarbeiterbeteiligung erhöht nicht nur die Relevanz und stärkt die Abwicklung der Programme, sondern bietet eine systematische Möglichkeit, die Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren.

Den vollständigen Bericht in englischer Sprache als Download finden Sie hier.
Den Anhang in englischer Sprache als Download finden Sie hier.