Better Mills Initiative

Eine erst kürzlich durchgeführte Evaluierung der Better Mills Initiative in China hat ergeben, dass Marken, Fabriken und Branchenverbände der Auffassung sind, dass diese Initiative angesichts der verschärften Umweltgesetze und der großen Bedeutung, die der Bekämpfung von Umweltrisiken zukommt, wichtig war. Für den Erfolg einer solchen Initiative sind ein eng abgesteckter Rahmen, klare Leistungsmaßstäbe und ein strategischer Ansatz unerlässlich.

2013 hat die internationale Netzwerkorganisation Solidaridad in Kooperation mit C&A, H&M und anderen führenden Modemarken die Better Mills Initiative (BMI) als Reaktion auf den wachsenden ökologischen Druck in dieser Branche ins Leben gerufen. Das Ziel dieser von der C&A Foundation kofinanzierten Initiative ist, den Textilfabriken in China die nötigen Grundlagen an die Hand zu geben, um ihre Produktionsprozesse zu sanieren und ihre Nachhaltigkeit in einem Klima verschärfter  Umweltgesetze maßgeblich zu verbessern.

Erst vor Kurzem hat die C&A Foundation die Initiative evaluiert, um festzustellen, ob die Fabriken ihre Umweltbilanz tatsächlich verbessert haben. Die Ergebnisse der sechsmonatigen Studie zeigen, dass sich in Zukunft ein deutlicher Wandel abzeichnet.

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Marken, Fabriken und Branchenverbände sind sich einig, dass diese Initiative angesichts der verschärften Umweltgesetze in China und der großen Bedeutung, die der Bekämpfung von Umweltrisiken zukommt, wichtig war. Es gab jedoch einige wichtige Lehren zu ziehen.

Evaluierung der Better Mills Initiative

Die Ergebnisse zeigen Verbesserungen

Ende 2016, d. h. gegen Ende der dreijährigen Initiative, wurde festgestellt, dass die 43 untersuchten Fabriken schätzungsweise 6,6 Millionen Tonnen Wasser, 7.200 Tonnen Chemikalien und 15,2 Millionen kWh Strom eingespart haben. Insgesamt wurden 675 Verbesserungsmaßnahmen in den sieben „Schwerpunktbereichen“ Wasser, Abwasser, Energie, Luftemissionen, Feststoffabfall, Chemikalienmanagement und Arbeitsbedingungen gemeldet. 

In diesem Bericht wurde jedoch auch zur Vorsicht geraten:

  • Es wurden Verbesserungen im Umweltmanagement gemeldet, diese konnten jedoch mangels qualitativer Daten nicht gemessen werden. Auch fehlende Kapazitäten in den Werken lassen Zweifel an der Nachhaltigkeit der Maßnahmen aufkommen.  Die gemeldeten 675 Umweltschutzmaßnahmen haben die Luft- und Wasserverschmutzung verringert und die Arbeitsbedingungen verbessert, die Angaben konnten jedoch nicht bestätigt werden.
  • In Hinblick auf die verschiedenen Umweltinitiativen und die BMI fand kaum Kommunikation statt und ein eigens zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit  eingerichtetes Webportal wurde nur unregelmäßig genutzt. Einige Maßnahmen haben die Wahrnehmung für die BMI verstärkt, aber die bewährten Praktiken und gesammelten Erfahrungen wurden weder ausgewertet noch ausgetauscht und es konnten letztlich keine schlüssigen Beweise dafür gefunden werden, dass die Initiative die Umsetzung der chinesischen Umweltpolitik in irgendeiner Weise beeinflusst hat.
  • Hohe Kosten für die Verwaltung des Programms (rund 40 Prozent des Programmbudgets) bewirkten eine eingeschränkte Effizienz. Die verbleibenden 60 Prozent flossen in direkte Maßnahmen in den Fabriken – Begutachtungen, Schulungen und Vor-Ort-Betreuung. Sollten hier Kostensenkungen vorgenommen werden, so wird die BMI von den meisten Marken und teilnehmenden Fabriken, die der Meinung sind, dass die Gebühren und das Investitionsvolumen im Verhältnis zu den jährlichen Einsparungen und potentiellen Zuschüssen der chinesischen Kommunen für ihre Teilnahme am Programm günstig sind, dennoch als kosteneffektiv angesehen.

Was haben wir daraus gelernt? 

Die drei wichtigsten Lehren daraus sind:

  • Ein zu breiter Fokus auf die sieben Themenbereiche brachte mit sich, dass die Ressourcen zu dünn gestreut wurden und somit die Wirkung reduziert wurde. Ein maßgeschneiderter, modularer Ansatz, individuell angepasst an die Bedürfnisse und Prioritäten der Fabriken (z. B. Wasser, Chemikalien oder Energie) ist entscheidend, damit spezifische, relevante Strategien auf die Marken und Fabriken abgestimmt werden können.
  • Die Erfassung der Ergebnisse, der Ziele und der Rahmenbedingungen für die Fabriken sind wesentliche Faktoren zur Dokumentation der Effektivität. Eine Programmgestaltung mit eindeutigen Leistungskennzahlen und Zielen ist wesentlich für eine erfolgreiche und effiziente Umsetzung.
  • Es wird ein strategischer Ansatz benötigt, um die Interessengruppen miteinzubeziehen und nachhaltige Produktionsmethoden in der chinesischen Textilindustrie zu fördern. Es gab zwar Seminare und Medienberichte, jedoch waren diese in Umfang und Herangehensweise begrenzt. Durch eine stärkere Einbeziehung einer breiten Gruppe von Akteuren (Branchenverbände und lokale Behörden) würde zu einer besseren Einbindung und Unterstützung von Netzwerken und Textilfabriken führen, indem diese bewährte Verfahren propagieren und den Rückgriff auf politische Instrumente fördern. Die Orientierung an ähnlichen Initiativen wie Sustainable Apparel Coalition (SAC) und Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) hätte darüber hinaus die Möglichkeit geboten, auf vorhandenem Wissen aufzubauen.