Better Buying bewertet Einkaufspraktiken

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Better Buying hat den ersten unabhängigen globalen Index zur Bewertung der Einkaufpraktiken von Marken und Händlern veröffentlicht. Der Purchasing Practices Index (BBPPI) 2018 soll die Bemühungen der Branche verstärken, die Einkaufspraktiken innerhalb globaler Lieferketten zu verbessern. 65 Marken und Händler wurden durch den Index bewertet und es wurde festgestellt, dass mehr als 60 % der Lieferanten Anreize für eine Konformität mit einem Einkäufer-Verhaltenskodex wahrnehmen.

Better Buying nutzt anonym von den Lieferanten übermittelten Daten in seiner Online-Plattform zur Bewertung der Einkaufspraktiken innerhalb der globalen Sektoren Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien. Im Gegensatz zu den Erwartungen zeigt der Vergleichsbericht, dass sich die Länge der Beziehung zwischen Einkäufern und Lieferanten nicht auf die Natur der Einkaufspraktiken auswirkt. Daher ist es unerheblich, ob die Beziehung zwischen Einkäufern und Lieferanten ein, fünf oder sogar 20 Jahre besteht - die Einkaufspraktiken verändern sich hierdurch nicht. Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass mehr als 60 % der Lieferanten kein Anreiz für die Konformität mit einem Einkäufer-Verhaltenskodex geboten wird, während diese Anreize gleichzeitig als unverzichtbar für die Verbesserung der Einkaufspraktiken identifiziert werden.

Marsha Dickson, Ph. D., Mitbegründerin von Better Buying, sagte: “Die gegenwärtigen Einkaufspraktiken sind nicht nachhaltig und müssen überholt werden, wenn Unternehmen finanzielle, ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele erreichen. Marken und Händler müssen ihren Lieferanten prognostizierbare Geschäftsmodelle, ausreichende Vorlaufzeiten, faire Preise sowie Anreize für konforme Fabriken bieten. Der BBPPI bietet Lieferanten die Möglichkeit, ihre Anliegen in Bezug auf schlechtes Lieferketten-Management sowie die Probleme, vor denen sie stehen, vorzutragen.”

Doug Cahn, Mitbegründer von Better Buying, sagte: ‘’Der BBPPI unterstützt Marken und Händler, Multi-Stakeholder-Initiativen, Investoren und andere Interessenvertreter, die versuchen, die Einkaufspraktiken zu verbessern. Statt sich auf die Bewertung der Richtlinien und Verfahrensweisen der Unternehmen beim Einkauf zu konzentrieren, misst er ihre Auswirkungen auf die Lieferanten mithilfe datengestützter Umfragen.”

Better Buying, unterstützt von der C&A Foundation und Humanity United, ist die erste Initiative, die sich auf die Befähigung von Lieferanten konzentriert und ihrer Stimme stärkeres Gewicht verleiht. Die Plattform überwacht und veröffentlicht Performance-Wertungen und Analysen zu Einkaufspraktiken, um neue Trends aufzudecken. Der Vergleichsbericht fasst die Ergebnisse und die wichtigsten Erkenntnisse des ersten Zyklus der BBPPI-Datensammlung aus dem 4. Quartal 2017 zusammen. Er beinhaltet Bewertungen von 156 Lieferanten aus 24 Ländern und misst die Performance von 65 Einkäufern. Die Einkäufer-Performance wird in sieben Kategorien von Einkaufspraktiken gemessen: Planung und Prognose, Design und Entwicklung, Kosten und Preisverhandlungen, Beschaffungs- und Bestellwesen, Zahlung und Konditionen, Verwaltung des Einkaufsprozesses und CSR-Harmonisierung.

Marken und Händler müssen ihren Lieferanten prognostizierbare Geschäftsmodelle, ausreichende Vorlaufzeiten, faire Preise sowie Anreize für konforme Fabriken bieten. Der BBPPI bietet Lieferanten die Möglichkeit, ihre Anliegen in Bezug auf schlechtes Lieferketten-Management sowie die Probleme, vor denen sie stehen, vorzutragen.

Marsha Dickson, Mitbegründerin von Better Buying

Die wichtigsten Erkenntnisse

Der BBPPI erkennt Verbesserungsspielraum für alle Unternehmen sowie Nachweise für gute Praktiken. Die wichtigsten in dem Bericht veröffentlichten Erkenntnisse beinhalten:

  • Die von Better Buying ermittelte durchschnittliche Gesamtwertung für Einkäufer betrug 2,5 von 5 Sternen (die Bewertung erfolgte anhand eines Sternesystems von 0 bis 5). Dies bedeutet, dass die Lieferanten durch die Praktiken vor signifikanten Herausforderungen stehen.
  • In den meisten Fällen erhielten die Lieferanten pünktliche Zahlungen zum vereinbarten Preis (4,5 von 5 Sternen für Zahlung und Konditionen), während Beschaffungs- und Bestellwesen mit einer Durchschnittswertung von 0 die schlechteste Performance-Kategorie darstellte. Dies bedeutet, dass die Lieferanten für die Einhaltung des Verhaltenskodex sowie rechtlicher Anforderungen nicht belohnt wurden und das monatliche Bestellvolumen höchst inkonsistent ist.
  • Die Einkäufer erhielten bessere Bewertungen, wenn sie über eine direkte Beziehung zu den Lieferanten unterhielten, im Gegensatz zu anderen Einkäufern, die sie mithilfe einer Drittpartei bewerteten. Dies spiegelt sich in den Gesamtbewertungen von Better Buying und in den Kategorien Kosten und Preisverhandlungen sowie Verwaltung des Einkaufsprozesses wider.
  • Zwischen der Dauer der Einkäufer-Lieferanten-Beziehung und der Gesamtbewertung durch Better Buying konnte keine signifikante Korrelation ermittelt werden, was darauf hinweist, dass eine langfristige Beziehung nicht zu einer Verbesserung der Einkaufspraktiken führt.

 

Eine branchenweite Veränderung der Einkaufpraktiken erfordert Führung. Dickson: “Durch die Nutzung der von Better Buying generierten Informationen können Marken und Händler besser bestimmen, wie ihre Einkäufer, Produktentwickler und andere für die Marktplatzierung von Produkten verantwortliche Mitarbeiter ihre täglichen Geschäftsaktivitäten verbessern und hierdurch bessere Arbeitsstandards für die Lieferanten erreichen können.”

Den Indexbericht finden Sie hier: Indexbericht Einkaufspraktiken, Frühjahr 2018 (Originaltitel: Purchasing Practices Index Report, Spring 2018)

 
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