Arbeitnehmer im Bekleidungssektor von Yangon

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Im Mai 2017 beauftragte die C&A Foundation die Enlightened Myanmar Research Foundation und Andaman Research & Advisory mit der Durchführung einer Studie über die Arbeitnehmer im Bekleidungssektor. Die C&A Foundation und ihre Partner erkannten, dass ausreichende Nachweise zur Demografie sowie zur wirtschaftlichen Situation der Arbeitnehmer im Bekleidungssektor fehlten. Der Bericht bietet einen ersten Ansatz für das Verständnis, wer die Mitarbeiter der Bekleidungsindustrie in Myanmar sind, unter welchen Bedingungen sie leben und wie Organisationen sie besser befähigen können.

Hierzu wurde eine Umfrage mit 778 Arbeitern in zwei Gemeinden in Rangoon Hlaingtharya und Shwepyitha durchgeführt. Anschließend versuchten Fachteams, mithilfe von auf Arbeiterunterkünften basierenden Transsekten, die Teilnehmer zu identifizieren.

ERKENNTNISSE ZUM BESCHÄFTIGUNGSVERHÄLTNIS:

  • Die Länge des Beschäftigungsverhältnisses variiert, 25 % der Arbeiter blieben weniger als 6 Monate in ihrer aktuellen Fabrik und fast die Hälfte länger als 1 Jahr.
  • Für mehr als 50 % der Arbeitnehmer ist ihr aktuelles Beschäftigungsverhältnis ihre erste Arbeitsstelle im Bekleidungssektor.
  • Die Hälfte (50 %) wurde durch einen Freund vermittelt, und noch mehr (60 %) waren überzeugt, dass ihr Netzwerk von Freunden die beste Möglichkeit bietet, eine neue Arbeitsstelle zu finden.
  • Der Grundlohn ist das wichtigste Kriterium für eine neue Arbeitsstelle (67 %)
  • Es besteht eine Kluft zwischen den Arbeitnehmern, die den Sektor verlassen möchten und denjenigen, die ihre gegenwärtige Arbeit mögen.

ERKENNTNISSE ÜBER GEWEKSCHAFTLICH ORGANISIERTE ARBEITNEHMER:

  • Von der geringen Mehrheit der Arbeiter, die von Gewerkschaften gehört hatten (54 %), verfügten nur wenige über weiteres Hintergrundwissen und 56 % von ihnen gaben an, nicht zu wissen, welchen Zweck eine Gewerkschaft hat.
  • 35 % der Arbeiter, die von der Existenz von Gewerkschaften gehört hatten, berichteten, dass es eine solche in ihrer Fabrik gab und die meisten hatten durch Arbeitskollegen oder leitende Mitarbeiter von diesen erfahren (insgesamt 81 %).
  • Jedoch sind nur sehr wenige Arbeiter Mitglied einer Gewerkschaft: Lediglich 15 % der Arbeitnehmer mit Zugang zu Gewerkschaften waren Mitglieder, von den befragten 778 Personen insgesamt lediglich 22 (3 % aller Befragten).
  • Die Wahrnehmung von Gewerkschaften war ebenfalls unterschiedlich. Nur 42 % derjenigen, die von ihrer Existenz wussten, ohne Mitglied zu sein, bekundeten ihr Interesse, einer Gewerkschaft beizutreten. Qualitative Ergebnisse legten nahe, dass die Arbeiter die Gewerkschaftsaktivitäten als Einschränkung ihrer begrenzten Freizeit mit ungewissem Ergebnis empfanden.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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