Mehr als Bio-Baumwolle

Hinter Banubais und Danshings Hof verläuft eine Leitung. Es handelt sich um eine Wasserversorgung, die sich weit über das Land erstreckt. Bis vor Kurzem war dieser Bereich des Feldes zu karg für den Anbau, doch mithilfe des zusätzlichen Einkommens durch die Umstellung auf biologischen Anbau, war es ihnen möglich, in die Entwicklung der Farm zu investieren.

Banubai erklärt: “Als wir noch den Anbau mithilfe von Chemikalien betrieben, musste ich auf dem Markt chemische Pestizide kaufen, doch heute erzeuge ich natürliche Pestizide zu Hause. Mit dem gesparten Geld kultiviere ich mehr Pflanzen auf unserem Land.” Sie hat in einer Frauengruppe der Agha Khan Foundation, einem Partner der C&A Foundation gelernt, wie biologische Dünger und Pestizide hergestellt werden. Die Gruppe besteht aus 10 Mitgliedern und 8 von ihnen haben bereits auf biologischen Anbau umgestellt.

Neben dem Erlernen neuer Anbautechniken zahlt die Gruppe geringe Geldbeträge in einen Pool für ein Mikrodarlehens-System ein, um sich gegenseitig zu unterstützen. Mithilfe dieses Darlehens-Systems konnte Banubai in die Bewässerungsleitungen investieren, mit denen sichergestellt ist, dass ihr gesamtes Land fruchtbar ist. Während ihr Eheman Dansingh sich nun auf den Baumwollanbau konzentriert, entwickelt Banubai den Gemüsebereich. Sie baut Mais, schwarze Linsen, rote Linsen, Sojabohnen, Okra, Kurkuma, Chilischoten und Auberginen an.

Durch die gesteigerten Profite aus der Gemüseproduktion wird sie ihr zinsfreies Darlehen innerhalb eines Jahres abbezahlt haben. Wenn sie das für die Leitung erforderliche Geld bei einem traditionellen Geldverleiher beschafft hätte, wären Zinsen in Höhe von 60 % angefallen.

Nicht nur die finanzielle Situation der Familie hat sich seit der Umstellung auf biologischen Anbau verbessert, sondern ebenfalls ihre Gesundheit. Banubai erzählt von dem besser schmeckenden Gemüse und erklärt, dass die Familie nur noch sehr selten krank wird und nicht mehr das Krankenhaus aufsuchen muss.