Die biologische Mission eines Farmers für die Kraft des Guten

Vor drei Jahren wurde Shiv Lal klar, dass der Boden seines 3 Morgen großen Landes so hart und trocken geworden war, dass er ihn nicht länger mithilfe seines Bullen bestellen konnte.  Er erwog, stattdessen einen Traktor zu mieten.

Er verfügte über wenig Geldmittel und hätte ein Darlehen beim örtlichen Geldverleiher aufnehmen müssen, für das exorbitante Zinsen fällig geworden wären, die er aus seinem zukünftigen Verdienst hätte begleichen müssen.  Doch er wusste, dass er auf den Monsun zur Bewässerung angewiesen war. Nur eine Saison mit geringen Regenfällen hätte ihn in einen Schuldenkreislauf gebracht, von dem er sich nicht mehr hätte erholen können.

Als Shiv Lal von der Förderung des biologischen Baumwollanbaus in der Region hörte, entschied er sich, es zu versuchen. Im ersten Jahr pflanzte er Bio-Baumwolle auf einem Morgen seines Landes an und hielt sich an die Anweisungen, die er erhalten hatte.  Er verwendete keinerlei chemischen Pestizide oder Dünger. Die in diesem Jahr geerntete Baumwolle war von guter Qualität, doch die Ernteerträge waren enttäuschend.

Shiv Lal entschied sich, nicht aufzugeben und die biologische Baumwollkultivierung so fortzusetzen, wie er sie gelernt hatte.  Er erinnert sich: “Ich spürte instinktiv, dass ich auf dem richtigen Weg war.  Ich musste aus dem Teufelskreis ausbrechen, in dem ich gezwungen war, mir Geld zu leihen, um Urea und Pestizide zu kaufen."

Ich spürte instinktiv, dass ich (mit biologischen Anbaupraktiken) auf dem richtigen Weg war. Ich musste aus dem Teufelskreis ausbrechen, in dem ich gezwungen war, mir Geld zu leihen, um Urea und Pestizide zu kaufen.
Freund des Farmers - Shiv Lal

Seine Beharrlichkeit und Überzeugung zahlten sich aus. Heute, in seinem dritten Jahr mit biologischem Anbau, ist er nicht nur schuldenfrei, sondern spart darüber hinaus noch Geld beim Anbau. Er ist so überzeugt, dass Shiv Lal in seinem Eifer zu einer Art Botschafter des biologischen Anbaus geworden ist und andere Farmer in seinem Dorf inspiriert hat, den Anbau mithilfe von Chemikalien aufzugeben. 

Im Verlauf dieses Jahres richtete die Regierung das Amt des "Kisan Mitr" (Freund des Farmers) ein, um den biologischen Anbau zu fördern und zu propagieren. Shiv Lal entschloss sich für eine Bewerbung und wurde angenommen.  Allein mit seinem Schulabschluss der 9. Klasse, seiner Erfahrung und seinem Enthusiasmus setzte er sich gegen die anderen Kandidaten durch, von denen einige über einen Hochschulabschluss verfügten.

Er erhält ein geringe monatliche Zuwendung und ist mit der Distribution von Produkten für den biologischen Anbau betraut. Doch in erster Linie ist Shiv Lal stolz und fühlt sich geehrt, dass er durch seine Arbeit so viele andere Farmer vom biologischen Anbau überzeugen konnte. Er weiß, dass er ihnen hilft, sich aus der Schuldenfalle zu befreien und ihre Gesundheit sowie ihre Umwelt zu erhalten.