Neuer Bericht über Frauen in der Bekleidungsindustrie

In einer neuen Zusammenfassung der globalen gemeinnützigen Organisation BSR mit dem Titel "Empowering Female Workers in the Apparel Industry: Three Areas for Business Action" hebt die Organisation wichtige Erkenntnisse einer eingehenden Studie des International Center for Research on Women (ICRW) hervor, die von der C&A Foundation sowie der Levi Strauss Foundation unterstützt wurden. Es werden drei Bereiche vorgeschlagen, in denen Bekleidungsunternehmen Maßnahmen ergreifen können, um das Wohlergehen und die wirtschaftliche Emanzipation weiblicher Arbeitskräfte zu fördern.

1. Informalität bekämpfen: Für viele Frauen im Bekleidungssektor ist diese Arbeit ihr erstes formelles Beschäftigungsverhältnis und eigenes Einkommen - beides wichtige Voraussetzungen für ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. Leider arbeitet die Modeindustrie verstärkt auf informeller Basis und die ICRW-Studie bestätigt die Notwendigkeit einer konzertierten Vorgehensweise gegen informelle Arbeitsverhältnisse. Globale Unternehmen sollten ihre gegenwärtigen Initiativen auf informellere Bereiche der Lieferkette ausweiten. Außerdem ist es an der Zeit, gemeinsam in einen konstruktiven Dialog zu treten, um Richtlinien zur Förderung von formellen Arbeitsverhältnissen zu unterstützen.

2. Noch mehr tun, um Gewalt zu beenden: Wirtschaftliche Emanzipation ist angesichts geschlechtsspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz und zu Hause nicht möglich. Einem kürzlich veröffentlichten CARE-Bericht zufolge gibt nahezu jede dritte Fabrikarbeiterin der Bekleidungsindustrie in Kambodscha an, während der letzten Jahre Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geworden zu sein, wodurch den Unternehmen Produktivitätsverluste in Höhe 89 Millionen US$ entstehen. Die Bemühungen zur Gewaltbekämpfung sollten nicht nur Übergriffe am Arbeitsplatz berücksichtigen, sondern ebenfalls öffentliche Systeme zur Erkennung von Gefährdungen sowie Mustern von Belästigung und Gewalt außerhalb des Arbeitsbereichs einschließen.

3. Bedarf an Kinderbetreuung erkennen: Weltweit leisten Frauen einen unverhältnismäßig hohen Anteil unbezahlter Betreuungsarbeit. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es sich bei den meisten Mitarbeitern der Modeindustrie um Frauen im fruchtbaren Alter handelt, verhindert der mangelnde Zugang zu bezahlbarer Kinderbetreuung ein langfristiges Arbeitsverhältnis. Während Unternehmen das weit gefasste Ziel von SDG 5 unterstützen sollten, um Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Vertretungen in allen wirtschaftlichen und politischen Bereichen zu ermöglichen, ist die Ermöglichung des Zugangs zu familienzentrierter Kinderbetreuung ein wichtiger erste Schritt, den die Modeindustrie sofort umsetzen kann.

Diese drei miteinander verbundenen Möglichkeiten stellen sinnvolle Maßnahmen dar, die von der Modeindustrie ergriffen werden können, um die wirtschaftliche Emanzipation von Frauen zu unterstützen. Die Unternehmen können Richtlinien implementieren, Investitionen tätigen und sich an Partnerschaften mit Nichtregierungsorganisationen, Gemeindeorganisationen und anderen beteiligen, um Frauen zu mehr wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu verhelfen. Darüber hinaus können die Unternehmen weiteren positiven Einfluss nehmen, indem sie Daten offenlegen, Studien durchführen und sich für die Stärkung des Bewusstseins für die Fakoren zur Förderung von Gerechtigkeit und Geschlechtergleichberechtigung einsetzen.

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